Miscanthus

Zur Gattung Miscanthus gehören mehrere Arten ausdauernder Süßgräser, die größtenteils in den subtropischen und tropischen Regionen Afrikas, Süd- und Ostasiens heimisch sind. Insbesondere Miscanthus sinensis wird seit den 1950er Jahren in Europa und Nordamerika als Zierpflanze häufig kultiviert. Durch Verbreitung der Samen ist es auch in Teilen Nordamerikas als invasive Art heimisch geworden.

Miscanthus sinensis

Das Chinagras oder Chinaschilf wird unter der Bezeichnung Susuki in japanischen Gärten und Landschaften als typische Spätsommer- und Frühherbstpflanze sehr geschätzt. Auch in Deutschland ist die schilfartige, durch ihren eleganten Wuchs und ihre schönen Blüten sehr dekorative Staude eine der bekanntesten Ziergräser-Arten. Die federigen, silbrigen, rosa oder roten Blütenrispen wirken im Herbst und Winter als aparter Blickfang im Garten.

Es existieren zahlreiche Zuchtformen, die sich hinsichtlich Größe, Wuchsform, Blatt- und Blütenfärbung sowie Herbstfärbung stark unterscheiden. Nicht alle Sorten sind allerdings bei uns ohne weiteres blühfähig. Es gibt mächtige, bis zu 2 Meter hohe Varietäten, die sogar als Sichtschutz dienen können, und viel zartere, kleinwüchsige Formen, grün bleibende Sorten und solche mit gelber, bronzener oder leuchtend roter Herbstfärbung. Ebenfalls beliebt sind Züchtungen mit gelb gestreiften, getupften oder weiß gerandeten Blättern.

Chinaschilf ist nicht anspruchsvoll und kommt in mitteleuropäischen Gärten sehr gut zurecht. Wichtig ist ein sonniger Standort mit genügend Feuchtigkeit, aber ohne Staunässe. Chinaschilf ist winterhart, wird einmal im Jahr geschnitten – am besten im Frühjahr – und breitet sich durch unterirdische Rhizome recht schnell aus. Ist das nicht erwünscht, sollte eine Rhizomsperre zum Einsatz kommen oder die Kübelpflanzung erwogen werden.

Weitere, in Asien und Afrika wild vorkommende und bei uns selten anzutreffende Miscanthus-Arten sind Miscanthus oligostachys, Miscanthus floridulus und Miscanthus sacchariflorus, das Amur-Silbergras.

Miscanthus × giganteus

Das Riesen-Chinaschilf ist eine in Japan natürlich entstandene sterile Kreuzung aus den Arten M. sinensis und M. sacchariflorus. Diese Form verfügt über eine besonders effiziente Form der Photosynthese und zeichnet sich daher durch enorm schnelles Wachstum aus. Innerhalb weniger Monate können auch in unseren Breiten Wuchshöhen von fast vier Metern erreicht werden. Riesen-Chinaschilf stellt ähnliche Standortansprüche wie Mais, produziert aber mehr als doppelt so viel Biomasse. Aus den unterirdischen Rhizomen treiben die Bestände jährlich neu aus.

Diese Schnell- und Starkwüchsigkeit hat die in Japan traditionell als Futtermittel und zur Herstellung von Matten und Flechtwerk genutzte Pflanze zu einem interessanten nachwachsenden Rohstoff und zu einer potenziell sehr wichtigen Energiepflanze gemacht. Riesen-Chinaschilf wird wegen seines hohen Brennwerts und der hervorragenden CO2-Bilanz bereits als Brennstoff in einigen Biomasseheizkraftwerken genutzt. Auch für die Produktion von Bioethanol kommt das Gras in Frage.

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